Jona - Surprised by Grace: Wa(h)lgebete

„Wir müssen aufpassen, dass wir Gottes Versorgung nicht mit Gottes Bestrafung verwechseln.“ Mit diesen Worten fasste Dom am vergangenen Sonntag zusammen, was nicht nur für Jona im Bauch des Fisches galt, sondern auch für uns heute: Gott nutzt schwierige und anstrengende Situationen in unserem Leben, um uns zu formen. Genau da, wo Zebrochenheit und Verzweiflung groß sind, kann Gott ansetzen und retten. 

1. Korinther 1,27: Nein, denn Gott hat sich die aus menschlicher Sicht Törichten ausgesucht, um so die Klugen zu beschämen. Gott nahm sich der Schwachen dieser Welt an, um die Starken zu demütigen. 

Der zweite Teil unserer Predigtserie JONA - SURPRISED BY GRACE widmet sich dem zweiten Buch Jona, das du hier vollständig nachlesen kannst: 

Zum 2. Buch Jona

Im Bauch des Fisches war Jona hilflos - aber nicht hoffnungslos. Er hat gebetet „was das Zeug hält“. Hier sind drei spannende Beobachtungen zu seinem Gebet, die auch für die Art und Weise wie du betest relevant sind:

1. Konkret 

Jona beschreibt seine Situation sehr genau. Martin Luther sagte einmal: „Bete und lass Gott sich die Sorgen machen!“ Wie wahr und ermutigend, gerade wenn wir bedenken, wie spezifisch wir oftmals mit unseren Sorgen sind und wie generell mit unseren Gebeten. Das können wir ändern, indem wir z.B. bestimmte Verse und Aussagen aus der Bibel lernen und anwenden. Jona betete beispielsweise vieles, was hunderte Jahre früher König David gebetet hatte und überliefert war (heute nachzulesen in den Psalmen). Ein Beispiel: 

Jona 2,3: »Ich schrie zum Herrn, als ich nicht mehr aus noch ein wusste, und er antwortete mir in meiner Not. Ich war dem Tode nah, doch du, Herr, hast meinen Hilferuf gehört!

Psalm 30, 3-4: „Herr, mein Gott! Zu dir schrie ich um Hilfe, und du hast mich geheilt. Ich war schon mehr tot als lebendig, doch du hast mich dem sicheren Tod entrissen und mir das Leben neu geschenkt.“

2. Leidenschaft

Jona hat mit voller Leidenschaft gebetet, wie schon in Vers 3 offensichtlich wird: „Ich schrie zum Herrn…“. 

Ja, Emotionen sind völlig okay! Auch im Gottesdienst. Und auch, wenn es uns hierzulande manchmal schwerfällt sie zu zeigen. Stehen oder sitzen wird nicht oft lieber stocksteif im Gottesdienst, anstatt die Leidenschaft auszustrahlen, die vielleicht schon insgeheim in uns brodelt - frei nach dem Motto „was denkt denn nur der (Sitz-)Nachbar von mir?“. 

Aber vielleicht brodelt es in deinem Sitznachbarn genauso wie in dir und er traut sich nicht, weil du dich nicht traust…? Wenn du in Gottes Gegenwart kommst, darfst du sein, wie du möchtest - du darfst leidenschaftlich sein! 

3. Haltung 

Jona 2,10: »Ich aber will dir Danklieder singen und dir meine Opfer darbringen. Was ich dir versprochen habe, das will ich erfüllen. Ja, der Herr allein kann retten!«

Dankbarkeit ist eine Haltung, die Gott ehrt, auch wenn die Umstände weh tun. Es ist ein bisschen, wie mit einem Knochenbruch oder Bänderriss: Wir verspüren Schmerzen während des Heilungsprozesses. Und doch sind wir dankbar für die Heilung. Eine Haltung der Dankbarkeit sollte ein entscheidender Bestandteil deines Gebets sein. 

In welcher Situation steckst du? Ganz gleich, wie ungemütlich oder hoffnungslos dir die Umstände erscheinen: Gott möchte genau diese Umstände nehmen, um dich zu formen. Frag also nicht Warum, sondern Wozu?! 

Impressionen von unserem Gottesdienst am 14. Mai 2017: