Einmal Derby und zurück

Unser Teammitglied Lydia hat für 14 Tage das Hope Centre der Derby City Church in England besucht und tatkräftig unterstützt. Was sie erlebt hat, lest ihr hier: 

Freitag, 9 Uhr im Zentrum von Derby. Ich betrete das Hope Centre. Ehrenamtliche sind schon fleißig dabei, die Lounge für die Food Bank („Essensbank“, ähnlich einer Tafel) vorzubereiten. Doch für mich geht es erst mal ins Büro. Dort bekomme ich einen Tee und ein Lächeln von Rachel, werde von Paul für den Tag instruiert und kann noch etwas entspannen, bevor der Trubel losgeht.

9.30 Uhr: Kaffee ist gekocht, gespendete Backwaren und Gemüse auf Tischen arrangiert und wir treffen uns mit den ca. zwölf Ehrenamtlichen. Jedes Alter und beinahe jede Lebensphase ist vertreten: Senioren, Berufstätige, Selbständige, Studenten. Fast alle gehören zur Derby City Church. Es werden Neuigkeiten ausgetauscht. Paul begrüßt, gibt ein paar Gedanken weiter und nach einem Gebet geht jeder an seinen Platz. 

Als um 10 Uhr die Tür geöffnet wird, hat sich davor schon eine Schlange gebildet. Pro Woche gibt das Hope Centre ca. 70-80 Essenspakete aus, aber auch Kleidung, Haushalts- und Drogerieartikel werdenverteilt, ab und zu sogar Möbel und Elektrogeräte. Aber die Menschen bekommen in der Food Bank nicht nur einen Essensvorrat für zu Hause, sondern auch einen Kaffee, ein offenes Ohr, Hilfe bei allen möglichen praktischen und behördlichen Angelegenheiten und – wenn sie möchten - Gebet. Die Menschen, die den Weg ins Hope Centre finden, sind fast immer in Krisensituationen: sie haben ihre Wohnung verloren, sind als Geflüchtete neu im Land oder sind durch eine Krankheit oder Behinderung beeinträchtigt. Was sie am Hope Centre schätzen, ist die positive Atmosphäre. Einige kennen die Mitarbeiter schon seit Jahren, aber auch Neue sind jedes Mal dabei.

Ich durfte das Hope Centre, und die Derby City Church, die das Zentrum betreibt, für zwei Wochen besuchen. Dabei habe ich nicht nur die Food Bank miterlebt, sondern auch andere soziale Dienste und Kirchen kennengelernt und unterstützt. Aufgefallen ist mir, wie gut diese miteinander vernetzt sind und wie selbstverständlich sie Hand in Hand arbeiten, über Gemeindegrenzen hinweg, für die Menschen am Rand der Gesellschaft. „Die Atmosphäre dieser Stadt verwandeln“ ist das Motto des Hope Centre. Ein großes Ziel, aber ich finde, es ist dem Team schon ein Stück gelungen.

Neben der Arbeit gab es aber noch viel anderes zu erleben: life groups, die sich in Pubs treffen, ein Ausflug mit einer Gruppe Geflüchteter ans Meer und die überwältigende Gastfreundschaft der Engländer, die mich selbstverständlich wie in einer Familie aufgenommen haben. 

Was bleibt nach diesen zwei Wochen? Begegnungen mit Menschen, die teils schon seit 50 Jahren an dieser Gemeinde bauen – und schon vor über einem Jahr für uns in Köln gebetet haben! Eindrücke, wie es aussehen kann, wenn eine Gemeinde ganz nah dran ist an Menschen in Schwierigkeiten. Und die Vorfreude auf das, was Gott in Köln mit uns vor hat!

Ein Gastpost von Lydia - Dankeschön!