Wie können wir eine Beziehung zum Heiligen Geist aufbauen?

Am vergangenen Sonntag durften wir einen ganz besonderen Gast im Cinedom in Köln begrüßen: Pastor Dave Ayling aus England. Dave ist nicht nur Pastor und Mentor von Dom und Sarah, sondern auch ein Freund, den die beiden nicht missen möchten. Dave knüpfte an unsere Predigtserie NATÜRLICH ÜBERNATÜRLICH an und teilte mit uns seine Gedanken und Erfahrungen zum Heiligen Geist.

2. Timotheus 1:6-7 Darum bitte ich dich: Lass Gottes Gabe voll in dir wirksam werden. Du hast sie bekommen, als ich dir segnend die Hände auflegte. Denn Gott hat uns keinen Geist der Furcht gegeben, sondern sein Geist erfüllt uns mit Kraft, Liebe und Besonnenheit.

Dieser Vers aus Timotheus ist für Dave einer der entscheidenden Verse aus der Bibel, von denen wir etwas lernen sollten, die wir in unser Herz lassen müssen. Paulus saß, als er diese Worte an Timotheus verfasste, im Gefängnis und ermutigte ihn, am Heiligen Geist festzuhalten.

Wie verbinden wir uns mit dem Heiligen Geist in unserem täglichen Leben – wie offen sind wir dafür?

Jesus selbst sagte einst, es seibesser, dass er geht und der Heilige Geist kommen kann. Denn der Heilige Geist wird uns bevollmächtigen, leiten und führen bei dem, was wir tun. Wie also funktioniert für uns das, was sich bereits Paulus für Timotheus wünschte? Dave gab uns hierfür in seiner Predigt drei praktische Wegweiser für unseren Alltag an die Hand.

1. Zu einem bestimmten Zeitpunkt in unserem Leben müssen wir etwas von Gott empfangen

Im Leben von Timotheus gab es einen Moment, in dem Paulus kam, ihm die Hände auflegte und für ihn betete. Und dabei passierte etwas in Paulus. So wie Timotheus zu einem bestimmten Punkt in seinem Leben etwas von Gott empfangen hat, empfangen auch wir – beispielsweise indem uns jemand die Hände auflegt. Oftmals ist aber genau das befremdlich für uns. Zwar gefällt uns die Idee, etwas von Gott zu empfangen – aber nur auf direktem Wege. Sobald ein Dritter Teil davon wird, fühlen wir uns unwohl. Geht es euch nicht auch so? Wir zögern. Wir denken, wenn uns jemand die Hände auflegt, sind wir selbst schwach und nicht aus eigener Kraft in der Lage, das zu erfüllen, was Gott für uns vorgesehen hat. Dabei lesen wir in der Bibel von vielen Ereignissen, bei denen Menschen durch Händeauflagen geheilt wurden, den Heiligen Geist und geistliche Gaben empfingen. Wann hast du das letzte Mal darum gebeten, dass dir jemand die Hände auflegt und für dich betet? Stehen uns unser Stolz und unsere Unabhängigkeit im Weg? Lasst uns offen dafür sein, etwas von Gott zu empfangen! Lasst uns nicht nur zuschauen, sondern mutig sein und uns von Gott berühren.

2. Wir müssen die Gaben benutzen, die Gott uns gegeben hat

Manchmal müssen wir erst noch lernen, voll zu entfalten, was Gott uns gegeben hat. Geistliche Gaben sind keine Trophäen, die wir sammeln – sondern Werkzeuge, die wir benutzen müssen. Manch einer mag sich sagen: „Ja, ich habe eine Gabe. 1986 habe ich mal in Sprachen gebetet. Mache ich einen Haken dran.“ Doch das ist nicht genug. Wir müssen unsere Gaben vollends entfalten und sie nutzen. Die Bibel lehrt uns, dass wir etwa die Gabe der Prophetie im Einklang mit unserem Glauben gebrauchen sollen. Ganz praktisch bedeutet das: Reden. Nicht immer nur warten. Denn Gott möchte deine prophetische Gabe genau da nutzen, wo du bist: Im Büro, in deiner Freizeit. Wann immer du bereit bist, etwas zu sagen. Das kann schon ein einfaches Wort der Ermutigung sein. Manchmal lassen wir unsere geistlichen Gaben in der Kirche, statt sie im Alltag zu benutzen. Wenn du die Gabe der Ermutigung hast, dann ermutige. Je mehr wir unsere Gaben nutzen, desto mehr verstehen wir sie. Frage Gott: Wie kann ich meine Gabe nutzen, um anderen Menschen zu dienen?

3. Wir müssen verstehen, dass wir den Heiligen Geist in unserem Leben brauchen

Im oben genannten Vers aus Timotheus heißt es, dass wir keine Angst haben müssen, sondern dass uns der Heilige Geist mit Kraft, Liebe und Besonnenheit erfüllt. Paulus bezieht sich aufdrei Arten, wie uns der Heilige Geist bevollmächtigt:

… durch Kraft bzw. Stärke: Nicht unsere eigene, sondern die Stärke Gottes. Denn diese bringt uns dahin, wo Gott uns haben möchte.

… durch Sicherheit (und Liebe): Aus unserer Sicherheit heraus, Kinder Gottes zu sein, können wir unsere Gaben nutzen und Gott dienen. Der Heilige Geist gibt uns eben diese Sicherheit, als geliebte Söhne und Töchter Gottes zu handeln. Das ist unsere Identität. Gott ist nicht einfach nur an deinen Taten interessiert, sondern daran, dass du verstehst, wer du bist. Dieses Verständnis, diese Sicherheit gibt dir der Heilige Geist.

… Besonnenheit bzw. Selbstbeherrschung: Die Früchte des Heiligen Geistes sind Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Vergebung und Selbstbeherrschung. Diese Früchte kommen in unser Leben, wenn wir mit Gott gehen. Gleichwohl macht uns eine solche Auflistung auch ein wenig nervös. Liebe, Freude, Frieden – das klingt für uns okay. Aber dann: Freundlichkeit. Gelingt uns das immer? Können wir immer Frieden in komplizierte, unliebsame und verworrene Situationen bringen? Vergebung ist ein weiteres Beispiel dafür. Oft können wir nicht aus eigener Kraft vergeben. Der Heilige Geist gibt uns die Kraft, zu vergeben, wo wir es selbst nicht können.

Dave zog sein Fazit mit der Aussage: Wir müssen „natürlich übernatürlich“ sein – und genau das gelingt uns durch die Beziehung mit dem Heiligen Geist.

Was ist mit dir?  Bist du bereit, etwas von Gott zu empfangen? Oder gibst du nach außen nur den Anschein, offen zu sein? Wie sieht es in deinem Inneren aus? Bist du vielleicht innerlich verschlossen? Dann bitte darum, dass jemand dir die Hände auflegt und für dich betet. Lass dich neu vom Heiligen Geist erfüllen.

Impressionen aus unserem Gottesdienst vom 17. Juli 2016