Teil 4 unserer Predigtserie | er:füllt(e) Gemeinde

Im vierten und letzten Teil unserer Predigtserie er:füllt hat sich Dom am letzten Sonntag dem Thema Gemeinde gewidmet. Was ist eine erfüllte Gemeinde? Eine Frage, die ebenso stark zum Nachdenken ermutigt, wie es bereits die letzten drei Predigten taten: Erfüllte Beziehung, erfüllter Glaube, erfüllte Berufung

Seiner Predigt stellte Dom eine entscheidende Aussage voran:

    „Gemeinde ist da, wo du gerade bist.“ 

Nur allzu häufig schleicht sich in unseren Alltag als Christen eine gewisse Bequemlichkeit ein. Wir gehen Sonntags „in die Gemeinde“ und lassen sie nach dem Gottesdienst wieder hinter uns. Doch genauso sollte es nicht sein. Gemeinde ist da, wo wir gerade sind. Ein wunderbares Vorbild dafür, was Gemeinde ist, liefert uns die Apostelgeschichte. Hier wird die erste Gemeinde beschrieben, die vor mehr als 2.000 Jahren kurz nach Pfingsten entstand (Apostelgeschichte 2: 42-47):

42 Alle in der Gemeinde ließen sich regelmäßig von den Aposteln im Glauben unterweisen und lebten in enger Gemeinschaft, feierten das Abendmahl und beteten miteinander. 43 Eine tiefe Ehrfurcht vor Gott erfüllte sie alle. Er wirkte durch die Apostel viele Zeichen und Wunder. 44 Die Gläubigen lebten wie in einer großen Familie. Was sie besaßen, gehörte ihnen gemeinsam. 45 Wer ein Grundstück oder einen anderen Besitz hatte, verkaufte ihn und half mit dem Geld denen, die in Not waren. 46 Täglich kamen sie im Tempel zusammen und feierten in den Häusern das Abendmahl. In großer Freude und mit aufrichtigem Herzen trafen sie sich zu gemeinsamen Mahlzeiten. 47 Sie lobten Gott und waren im ganzen Volk geachtet und anerkannt. Die Gemeinde wuchs mit jedem Tag, weil Gott viele Menschen rettete. 

Diese Verse aus der Apostelgeschichte geben uns 5 charakteristische Eigenschaften einer erfüllten Gemeinde: 

Eine erfüllte Gemeinde ist…

  1. Familiärer durch Gemeinschaft
  2. Tiefer durch Jüngerschaft 
  3. Stärker durch Lobpreis 
  4. Breiter durch Dienen
  5. Größer durch tägliche Begegnungen. 

Familiärer durch Gemeinschaft (Apostelgeschichte 2:44, siehe oben)

„Du beeindruckst Menschen mit deinen Stärken - doch du verbindest dich mit Ihnen durch deine Schwächen.“ Mit diesem starken Satz brachte Dom eine erste, wichtige Charakteristik von erfülltem Gemeindeleben auf den Punkt: Es geht nicht darum, sich mit einander zu vergleichen oder darum, wer etwas besser kann. Man ist ganz einfach so angenommen, wie man ist - so, wie man zu seiner Familie kommt, die einen bedingungslos liebt. Das funktioniert nur, wenn wir authentisch und bereit sind, mit offenen Händen zu leben. Mit offenen Händen zu leben bedeutet gleichermaßen zu geben und zu empfangen. Denn wer seine Hände stets geschlossen hat und an seinem Besitz oder anderen Dingen festhält, der wird auch nichts von dem empfangen können, was Gott bereit ist zu geben. 

Tiefer durch Jüngerschaft (Apostelgeschichte 2:42, siehe oben)

Wer den ersten Satz des oben genannten Abschnitts aus der Apostelgeschichte besonders aufmerksam liest, stellt fest: Hier geschieht etwas sehr Aktives. Die Gemeinde wurde nicht einfach von den Aposteln im Glauben unterwiesen - sie ließ sich unterweisen, ganz bewusst. „Jeder muss lernen, sich selbst zu ernähren. Kirche ist kein Restaurant, in dem man sich bedienen lässt.“ betonte Dom und erklärte, dass es nicht darum gehe, sich bedienen zu lassen, sondern darum, selbst zu dienen. Er veranschaulichte diese Tatsache mit einem ganz konkreten Bild: Wenn wir beginnen, unseren Weg mit Jesus zu gehen, bekommen wir ein frisches, weißes Handtuch. Am Ende unseres Weges werden wir dieses Handtuch an Jesus zurück geben und die entscheidende Frage wird sein: Ist das Handtuch weiterhin sauber und unbenutzt? Oder ist es gebraucht, schmutzig und fleckig, weil wir es brauchten, um zu dienen? 

Stärker durch Lobpreis (Apostelgeschichte 2: 46-47, siehe oben)

Wenn wir anfangen, Gott anzubeten, verändert sich etwas in unserer Perspektive. Beispielsweise scheinen manche Sorgen und Probleme vor dem Lobpreis unüberwindbar groß und werden dann, während der Anbetung, plötzlich klein verlieren an Bedrohlichkeit. Denn Gott hat einen guten Plan für unser Leben, für unsere Gemeinde und als Kirche lernen wir, genau darauf zu vertrauen. Durch Lobpreis entsteht Wachstum - damals, in der ersten Gemeinde, und auch heute noch. 

Breiter durch Dienen (Apostelgeschichte 2:45, siehe oben)

„Die meiste Zeit der Woche verbringst du nicht in der Kirche. Aber du hast von Gott Gaben erhalten, die er einsetzen möchte, um mit dir sein Reich zu bauen.“ Dom ist überzeugt, dass wir mit dem Wissen um unsere Gaben nicht nur eine ganze Stadt, sondern die ganze Welt verändern könnten. Doch viel zu oft wissen Menschen nicht, mit welcher Gabe Gott sie gesegnet hat oder sie setzen sie aus anderen Gründen nicht ein. In Römer 12:6-8 erfahren wir mehr darüber, welche Gaben Gott für uns bereit hält, etwa die Gabe der Prophetie, der Leiterschaft oder der Ermutigung. Dom’s Ermutigung für alle, die sich nicht sicher sind, welche Gabe oder Gaben ihnen geschenkt wurden, lautet, in der Bibel über die Gaben zu lesen und das Gespräch mit anderen Christen zu suchen, um ein besseres Verständnis für die eigene Gabe zu entwickeln. 

Größer durch tägliche Begegnungen (Apostelgeschichte 2:47, siehe oben)

„Es ist großartig, welche Menschen dir Gott in den Weg stellt, wenn du bereit bist, seine Füße und Hände zu sein.“ Dom berichtete während seiner Predigt auch von seinen eigenen Anfängen in Köln, als er von der Größe der Stadt noch ganz überwältigt war und sich fragte: Was soll ich hier tun? Als Antwort bekam er zwei Dinge auf’s Herz gelegt: Beten und Begegnung. Seither sucht er ganz bewusst nach einer Begegnung am Tag, die er nutzt, um Gottes Reich zu bauen. 

Können wir das auch? Allerdings. Und damit daran kein Zweifel entsteht, ordinierte* Dom zum Ende seiner Predigt symbolisch alle Gottesdienstbesucher und machte sie so bereit dafür, ihre Gaben einzusetzen und Gemeinde zu sein - immer und überall. 

*Ordination ist eine gottesdienstliche Handlung, durch die Gläubige zum geistlichen Amt gesegnet, geordnet und gesandt werden.

Impressionen von unserem Gottesdienst am 22.05.2016