Predigtreihe: Kleine Dinge, große Wirkung - Angewohnheiten

Am vergangenen Sonntag haben wir den letzten Teil unserer Predigtreihe „Kleine Dinge, große Wirkung“ gehört. Diesmal drehte sich alles um das Thema Angewohnheiten. 

„Ich liebe es, dass unsere Kirche ein Ort ist, an dem man einfach dabei sein kann - auch wenn man nicht überzeugter Christ ist.“ So startete Dom in die Predigt. „Denn ich bin mir sicher, Gott ist so groß, dass er dir irgendwann einfach begegnen wird.“ 

Du bist, was du wiederholt tust.

Dinge, die wir immer wieder tun, bestimmen unser Leben - es sind Angewohnheiten. Wie gut oder schlecht sind unsere Angewohnheiten für uns? 

Paulus sagte einmal: Ich verstehe ja selbst nicht, was ich tue. Das Gute, das ich mir vornehme, tue ich nicht; aber was ich verabscheue, das tue ich. (Römer 7:15)

Wie funktionieren eigentlich Angewohnheiten? Dom verwies an dieser Stelle auf die Antwort eines Wissenschaftlers, der Angewohnheiten in einen immer wiederkehrenden Kreis aus Auslöser, Routine und Belohnung einordnete. Der Auslöser kann z.B. eine bestimmte Situationen, etwa Stress, sein. Die Routine könnte dann das Anzünden einer Zigarette sein (die Angewohnheit) und die Belohnung ein kurzes Gefühl der Euphorie. Der besagte Wissenschaftler betont in seinem Buch zu diesem Thema, dass es nicht unbedingt darum geht, den Auslöser oder die Belohnung zu ändern - sondern die Gewohnheit. Was kann anstelle einer Zigarette ein gutes Gefühl verursachen? 

Ein schönes Beispiel zur Veranschaulichung ist eine gute Ehe: Ein glückliches Ehepaar hat unter Garantie gute Angewohnheiten - das können gemeinsame Aktivitäten sein, gemeinsam zu beten, zu essen oder spazieren zu gehen. Umgekehrt fehlen in einer weniger glücklichen oder gar kriselnden Ehe mit Sicherheit gute Angewohnheiten - also Dinge, die das Paar zusammenschweißen. 

Zwei Wahrheiten über Angewohnheiten aus der Bibel

1. Angewohnheiten reflektieren, was dir wichtig ist

Dies alles tue ich für die rettende Botschaft, damit auch ich Anteil an dem Segen erhalte, den sie verspricht. Ihr kennt das doch: Von allen Läufern, die im Stadion zum Wettlauf starten, gewinnt nur einer den Siegeskranz. Lauft so, dass ihr ihn gewinnt! 1. Korinther 9: 23-24

Hier vergleicht Paulus das Leben eines Christen mit einem Lauf. Lauft so, dass ihr gewinnt! Das bedeutet: Forme Angewohnheiten in deinem Leben so, dass sie dich zum Ziel führen. Auch Jesus hatte feste Angewohnheiten, die in der Bibel beschrieben werden. In Paulus 11 lesen wir, dass Jesus sehr früh morgens an einen bestimmten Ort ging, um zu beten. Es war ihm wichtig, sich mit dem Vater zu „connecten“. 

Wenn du an deine eigenen Angewohnheiten denkst: Helfen sie dir in deinem Leben als Christ oder sind sie dir eher hinderlich? Angewohnheiten können dich nah zu Jesus bringen. Er selbst sagte einmal: 

Wer zu mir gehören will, darf nicht mehr sich selbst in den Mittelpunkt stellen, sondern muss sein Kreuz auf sich nehmen und mir nachfolgen. Matthäus 16:24

Jesus geht vor und wir gehen nach. Nicht umgekehrt. Deshalb müssen wir auf Gott und seinen Plan für uns vertrauen - auch wenn wir ihn nicht immer gleich verstehen. Der richtige Zeitpunkt damit anzufangen, ist heute, nicht morgen. Verschiebe es nicht auf morgen! 

2. Angewohnheiten sind nicht übertragbar

Ich weiß genau, wofür ich mich mit aller Kraft einsetze. Ich laufe und habe dabei das Ziel klar vor Augen. Wenn ich kämpfe, geht mein Schlag nicht ins Leere. Ich gebe alles für diesen Sieg und hole das Letzte aus meinem Körper heraus. Er muss sich meinem Willen fügen. Denn ich will nicht andere zum Kampf des Glaubens auffordern und selbst als untauglich ausscheiden. 1. Korinther 9: 26-27

Ich gebe alles für diesen Sieg, sagt Paulus hier. Tagein tagaus begegnen wir an unterschiedlichen Orten Menschen in Köln und darüber hinaus, die Jesus nicht kennen. Wie viel tun wir tatsächlich dafür, damit diese Menschen die Chance bekommen, Jesus kennenzulernen? Geben wir, wie Paulus, alles? 

Wofür kämpfst du? Was ist dir wirklich wichtig? 

Einen Vers zuvor, in 1. Korinther 9:25 sagt Paulus: Wer im Wettkampf siegen will, setzt dafür alles ein. Ein Athlet verzichtet auf vieles, um zu gewinnen. Und wie schnell ist sein Siegeskranz verwelkt! Wir dagegen kämpfen um einen unvergänglichen Preis. 

Wir alle sollten kämpfen und unser Bestes geben, damit Menschen Jesus kennenlernen. Wie kannst du Angewohnheiten entwicklen, mit denen du dieses Ziel erreichst? Was sehen andere Menschen in dir? 

Denke darüber nach, was du am meisten in deinem Leben möchtest und mit welche Angewohnheit du dieses Ziel verknüpfen kannst. Ganz konkret: Welche Routine kannst du in deinem Leben entwickeln, um näher an Jesus zu kommen? 

Impressionen von unserem Gottesdienst am 23. Oktober 2016