Beziehungsweise | Verliebt, Verlobt, Verheiratet 

„Heue sprechen wir über Sex.“ Ein wohl eher ungewöhnlicher Satz für den Start einer Predigt. Doch Sarah nahm dem Thema im Verlauf ihrer Predigt alles Ungewöhnliche, Peinliche und Beschämende. „Sex ist nicht einfach nur etwas, das wir tun - es ist etwas, das wir sind. Jedenfalls wenn wir den Medien Glauben schenken.“ Sagte Sarah und bezog sich dabei auf die unendlich vielen Werbungen, Filme und Nachrichten, in denen scheinbar immer nur dieses eine Thema zum Verkaufsschlager wird. „Wir finden Gottes Plan für Sex in der Bibel. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Den Satz ‚Du sollst keinen Sex vor der Ehe haben‘ findest du nicht in der Bibel. Nicht Explizit.“ Spätestens bei dieser Aussage hatte Sarah die ungeteilte Aufmerksamkeit aller Menschen in Saal 9 des Cinedom. 

Was ist Gottes Standard für Sex? 

Grundsätzlich: Es geht bei Gottes Wort nie um Verurteilung oder darum, jemanden zu beschämen. Vielmehr geht es um Antworten, Heilung und Vergebung. Mit Gott und der Bibel haben wir einen „Hersteller“ und ein „Handbuch“, auf das wir immer zurückgreifen können. 

Reinheit macht Intimität möglich 

Das bedeutet: Wir sollen zuerst sein Wort, seinen Willen und seine Stimme suchen und auf dieser Grundlage unsere Entscheidungen treffen. Wir sind für Intimität geschaffen - aber Intimität ist nicht gleichzusetzen mit Sex. Intimität findet man bei dem Menschen, bei dem man sich ganz und gar angenommen fühlt, bei dem man so sein darf, wie man ist. 

Hebräer 13,4: Die Ehe bedeutet auch: die Hochzeit. soll von allen in Ehren gehalten werden und das Ehebett unbefleckt; die Unzüchtigen und Ehebrecher aber wird Gott richten!

In der griechischen Übersetzung steht „Ehebett“ für Kotay, zu deutsch Koitus. Sex in der Ehe ist gut und gottgefällig. Doch nicht nur das: Die Ehe ist die kleinste Einheit unserer Gesellschaft und zugleich ihre Säule. Geht es den Ehen gut, geht es der Gesellschaft gut. Dazu gibt es viele unterschiedliche Studien, die auf eben diesen gemeinsamen Nenner kommen. 

Sex ist wie Feuer. Es war für die Entwicklung der Menschheit extrem wichtig und es ist auch heute noch ungemein nützlich. Allerdings nur, wenn es unter Kontrolle bleibt, denn ein unkontrolliertes Feuer ist zerstörerisch. Sex ist kraftvoll. Deshalb hat Gott uns mit der Ehe einen sicheren Rahmen dafür gegeben. Doch warum ist Sex so kraftvoll? Ist es nicht nur eine vorwiegend biologische Sache? Wenn das so wäre, warum haben dann oft die Dinge, die wir am meisten bereuen, mit Sex zu tun? 

1. Mose 2, 24-25 Darum verlässt ein Mann seine Eltern und verbindet sich so eng mit seiner Frau, dass die beiden eins sind mit Leib und Seele. Der Mann und die Frau waren nackt, sie schämten sich aber nicht.

Sex ist ein billiger Ersatz für Intimität. Wenn Sex den Beginn einer Beziehung markieren soll, er in einem ungeschützten Rahmen passiert und das ganz ohne Verbindlichkeit, dann führt er nur dazu, dass man beginnt, sich zu schämen. Man versteckt sich, um dem Gegenüber ein ganz bestimmtes Bild von sich zu übermitteln. Wenn wir also die Frage, was Gottes Standard für Sex ist, beantworten wollen, dann sollten wir an „bis dass der Tod uns scheidet“ denken. Denn genau das ist Gottes Maß für Verbindlichkeit. 

Noch etwas anderes lesen wir in 1. Mose 2,24: „… dass die beiden eins sind mit Leib und Seele“. Im Hebräischen heißt es für „eins“ Dabaq, was soviel bedeutet wie „eng zusammen sein, haften, bei jemandem bleiben“. Wenn Mann und Frau eins werden, dann spiegeln sie Gott wieder. Vater, Sohn, Heiliger Geist sind eins - so wie Mann und Frau in der Ehe. 

Sex, wie Gott ihn sich gedacht hat… 

… finden wir in der Bibel: 

Matthäus 19, 4-6: Jesus antwortete: »Habt ihr denn nicht gelesen, was in der Heiligen Schrift steht? Da heißt es doch, dass Gott am Anfang die Menschen als Mann und Frau schuf 5und sagte: ›Ein Mann verlässt seine Eltern und verbindet sich so eng mit seiner Frau, dass die beiden eins sind mit Leib und Seele.‹ Sie sind also eins und nicht länger zwei voneinander getrennte Menschen. Und was Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.«

Epheser 5, 31: Erinnert euch an das Wort: »Ein Mann verlässt seine Eltern und verbindet sich so eng mit seiner Frau, dass die beiden eins sind mit Leib und Seele.«

1. Korinther 6, 16-18: Denn wer sich mit einer Hure einlässt, der wird ein Leib mit ihr. Ist euch das nicht klar? Es heißt ja schon in der Heiligen Schrift von Mann und Frau: »Die zwei werden eins sein mit Leib und Seele.« Wenn ihr dagegen in enger Verbindung mit dem Herrn lebt, werdet ihr mit ihm eins sein durch seinen Geist. Hütet euch vor jeder verbotenen sexuellen Beziehung! Denn mit keiner anderen Sünde vergeht man sich so sehr am eigenen Körper wie mit sexuellem Fehlverhalten.

Das Wort Verbindung wird im Griechischen mit „Kollao“ übersetzt, was „zusammenfügen, kleben, leimen“ bedeutet. Sex ist Kleber. Stell dir ein Stück Tesa vor: Klebst du damit etwas zu ersten Mal fest, wird es gut haften. Doch wenn du den Kleber immer wieder lösen und neu zusammenfügen willst, geht seine Klebkraft verloren. Ganz genauso ist es mit Sex, wenn wir ihn nicht nur mit einem, sondern mit vielen Menschen teilen wollen. Die Klebkraft, also die Intimität geht verloren. Und mit ihr auch die Loyalität. 

Was ist dein Standard für Sex? Ganz gleich, wo du heute stehst - Jesus kann deine Situation nehmen und etwas Wunderbares daraus machen. Wenn du in der Vergangenheit Sex als Ersatz für Intimität genutzt hast, kann er Heilung und einen neuen Anfang schenken. Wenn du bisher gewartet hast, kann er dich weiterhin stark machen, auch in Momenten, in denen du gerne schwach wärst. Wenn du verheiratet bist und das Gefühl hast, die Luft ist raus - lade Jesus in deine Beziehung ein. Er möchte Teil davon sein, mit dir daran arbeiten und dir Freude und Liebe neu schenken. 

Living with a Destiny | Gottesdienst mit Dave Ayling

Leben mit Bestimmung 

Bevor du mit dem Lesen beginnst, lies die Verse 1-10 in Epheser 2. Denn genau um die wird es jetzt gehen. 

„Wir wurden lebendig durch Jesus und deshalb brauchen wir eine Vision für unser Leben mit ihm,“ startete Dave am Sonntag in seine Predigt, die gleichermaßen herausfordernd und ermutigend war. 

Kolosser 1, 13-14 Er hat uns aus der Gewalt der Finsternis befreit, und nun leben wir unter der Herrschaft seines geliebten Sohnes Jesus Christus. Durch ihn sind wir erlöst, unsere Sünden sind vergeben. 

Unser Platz ist in seinem Reich - und manchmal halten wir das für ganz selbstverständlich. Fast so, wie ein Teil der EU zu sein, sagt Dave mit einem Augenzwinkern (er ist Brite). „Du weißt erst was du hattest, wenn es weg ist…“ 

Epheser 2, 10 Was wir jetzt sind, ist allein Gottes Werk. Er hat uns durch Jesus Christus neu geschaffen, um Gutes zu tun. Damit erfüllen wir nun, was Gott schon im Voraus für uns vorbereitet hat.

Wir sind Gottes Werk. Was bedeutet das für dein, mein, unser Leben? Drei Dinge verändern sich ganz konkret, wenn wir Teil von Gottes Reich werden. 

1. Die Identität 

Oft lassen wir es zu, dass andere unsere Selbstbild formen und machen das, was andere über uns denken oder aussprechen zu unserer Wirklichkeit. Doch so ist es nicht. Jesus sieht in jedem einzelnen von uns jemanden, der begabt ist, sein Reich zu bauen. 

„God has made you to be wonderful.“ Das ist die Wahrheit, in der wir leben sollten. Unsere Identität ist komplex, sie besteht aus unserem Hintergrund, unserer Nationalität, Erziehung, Personalität… all das findet Einheit in Jesus. Seine „Designskills“ haben deine Personalität geformt. Wegen ihm verändert sich alles. 

Und ja - manchmal müssen wir ganz einfach den Staub der Welt abschütteln und wissen: Wir sind kleine Sklaven, wir sind Söhne und Töchter. Wenn wir wissen, wer wir sind, verändert das die Art, wie wir leben. 

2. Der Sinn und Auftrag 

In Epheser 2, 10 steht, dass wir geschaffen sind, um Gutes zu tun. In einer Welt, in der wir immer schneller, weiter und höher hinaus wollen und nur der nächste Superlativ es wert ist, gejagt zu werden, erscheint das manchmal schwierig. Wir leben rund 30.000 Tage bis wir 80 Jahre alt sind. Die meisten dieser Tage sind nicht besonders außergewöhnlich, sondern einfach ganz normal. Wie lebst du so einen ganz normalen Tag mit Jesus? 

Du brauchst einen Auftrag dafür. Du sagst dir: „Ich bin Kind Gottes und ich habe Dinge zu tun.“ Es ist muss nicht immer gleich etwas Riesiges sein. Das Gute ist in der Regel in den ganz kleinen Dingen zu finden - z.B. ein Lächeln. Tue kleine Dinge mit großer Haltung und mit großer Liebe. 

Wie verstehst du deinen Auftrag für dein Leben? Fügst du Gott einfach nur zu deinem Leben hinzu? Oder ist er der Mittelpunkt? Denn dann formiert sich alles andere um ihn herum, etwa deine Karriere und deine Familie. 

3. Die Perspektive 

Gott hat schon an dir gearbeitet, bevor du es wusstest. Du bist Teil seines Plans. Deshalb hat er Talente und Gaben in dich hineingelegt. Manchmal vergessen wir einfach, dass wir auch für ihn da sind - und nicht einfach nur umgekehrt. Er kam für uns und ruft nun uns, um für ihn zu leben. Diese Tatsache verändert deine Perspektive, denn es bedeutet, dass du ihm erlaubst, dich zu verändern. 

Gott hat uns nicht nur zum Glauben berufen, sondern dazu, unser Leben aus seiner Perspektive zu sehen. Das ist eine echte Herausforderung, denn wir alle wollen an etwas festhalten, ist es nicht so? Doch als Jesus uns sagte, dass wir unser Kreuz auf uns nehmen sollen, um ihm nachzufolgen, hieß das: Wir leben nicht länger für uns selbst. 

Oft drehen sich unsere Gebete und Träume nur um uns selbst. Doch manchmal muss man ganz konkret nach seinem Auftrag fragen und Entscheidungen auf dieser Grundlage treffen. Vielleicht ist es eben Gottes Perspektive, genau dahin zu gehen, wo wir nicht hingehen wollen. Und manchmal scheint dieses Opfer zu groß und uns ist danach aufzugeben. Und wenn es für uns hier in Deutschland von Zeit zu Zeit schon ein so großes Opfer zu sein scheint, denken wir dann auch an die Menschen in Ländern, die für ihren Glauben an Gott verfolgt, ja sogar hingerichtet werden? 

Wann immer uns nach Aufgeben ist, sagt Gott zu uns: Du bist mein Kind. Ich habe dich berufen. Mein Königreich wird kommen. 

Ja, es wird zweifelsohne gute und schlechte Tage in deinem Leben als Christ geben. Und es wird deine Perspektive sein, die dich in stürmischen Zeiten nah bei Gott hält. Deshalb: Schau nicht nur auf dein Leben, schau auf das große Ganze! Halte fest an deiner Identität als Kind Gottes. Er hat dich wunderbar, aber nicht vollkommen geschaffen und er arbeitet an dir. Jeden Tag. 

Impressionen von unserem Gottesdienst am 23. Juli 2017

Beziehung(s)weise | Der Beziehungsgott

Von Maike aus dem KCC-Kommunikationsteam

In unserer neuen Predigtserie „Beziehung(s)weise“ geht es darum, wie wir weiser in unseren Beziehungen werden können. Im ersten Teil der Serie dreht sich alles um DICH selbst - denn eine Beziehung zu anderen Menschen kann nur funktionieren, wenn man mit sich im Reinen ist. 

Matthäus 22 34-40: Als die Pharisäer hörten, wie Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, dachten sie sich eine neue Frage aus, um ihm eine Falle zu stellen. Ein Gesetzeslehrer fragte ihn: »Lehrer, welches ist das wichtigste Gebot im Gesetz Gottes?« Jesus antwortete ihm: »›Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe und mit deinem ganzen Verstand.‹ Das ist das erste und wichtigste Gebot. Ebenso wichtig ist aber ein zweites: ›Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst.‹ Alle anderen Gebote und alle Forderungen der Propheten sind in diesen beiden Geboten enthalten.«

Die Einstellung der Menschen zum Thema Beziehung, besonders zum Thema Ehe, hat sich sehr stark geändert. 50% aller geschlossenen Ehen werden wieder getrennt. Viele wollen nicht einmal heiraten, wahrscheinlich weil sie niemanden kennen, bei dem der Bund der Ehe wirklich auf ewig hält. 

Aber wenn die Beziehung zum eigenen Partner wirklich klappen soll, dann muss erst einmal eine andere Beziehung stark und zentral sein - die zu Gott. Denn Gott ist das Fundament aller Beziehungen, die wir führen.

Eine Beziehung bedeutet Arbeit: Man muss an sich arbeiten, denn eine gesunde Beziehung besteht aus gesunden Menschen. Diese drei Denkanstöße helfen dir, das noch besser zu verstehen: 

1. Nicht nehmen, sondern werden.

Bestimmt hat der ein oder andere eine Art Liste, wie der perfekte Partner/ die perfekte Partnerin aussehen soll und welche Charakterzüge er/ sie besitzen soll. Doch kannst du hinter all deinen Anforderungen auch ein Häkchen setzen? Kann man Dinge in einem Partner suchen und erwarten, die man selbst nicht erfüllen kann?

Philipper 1, 6: Ich bin ganz sicher: Gott wird das gute Werk, das er bei euch angefangen hat, auch vollenden bis zu dem Tag, an dem Jesus Christus kommt. 

Epheser 2, 10: Wir sind ganz und gar Gottes Werk. Durch Jesus Christus hat er uns so geschaffen, dass wir nun Gutes tun können. Er hat sogar unsere guten Taten im Voraus geschaffen, damit sie nun in unserem Leben Wirklichkeit werden. 

Manchmal treffen wir auf Menschen, die wir sehr mögen und von denen wir denken, es kann sich eine tolle freundschaftliche Beziehung entwickeln. Doch dann merkt man schnell, dass diese Person einen nicht so nehmen wird, wie man ist und sie dich vielleicht sogar von deinem eigentlichen Weg abbringt. Verbiege dich nicht, nur um einem Menschen zu gefallen. Gott formt dich gerade in der Zeit, in der du glaubst, auf den Richtigen oder die Richtige zu warten. Aber: Warte nicht ab, du stehst nicht an einem Stopschild! Entwickle dich weiter, so wie Gott es für dich geplant hat. 

Denn sonst steht Irgendwann eine Person vor dir, die alle Kriterien deiner Liste erfüllt, doch du bist nicht bereit. Du bist nicht der Mensch, den der andere sucht. Daher lasse dich nicht von deinem Weg abbringen und entwickle dich weiter, lasse dich von Gott formen. 

2. Nicht sich verlieben, sondern entscheiden.

Das hört sich im ersten Moment komisch an, doch das ist ein wichtiger Punkt. Wir Menschen sind sehr gut darin, uns zu verlieben. Allerdings auch sehr schlecht darin, verliebt zu bleiben. Irgendwann sind die Schmetterlinge, die anfangs alles toll erscheinen lassen, verflogen. Viele Ehen und Beziehungen gehen daran kaputt, denn wieso sollte man eine Beziehung führe, ohne ineinander verliebt zu sein?

Gefühle sind wichtig, ganz klar. Allerdings ist ein Versprechen, wie das Eheversprechen, ebenso wichtig. Dort verspricht man, sich in guten wie in schlechten Zeiten zu lieben. Und dies bedeutet, wenn man gemeinsam eine schlechte Zeit durchmacht, sich nicht zu trennen. In solchen Momenten ist Beziehung eine Entscheidung. Man entscheidet sich dafür, die andere Person zu lieben und ihr beizustehen. 

Liebe ist geduldig. Eine schöne Bibelstelle dazu findest du in 1. Korinter 13.

3. Nicht sich verstecken, sondern heil werden.

Jeder von uns hat einen Rucksack voller Probleme - einige haben einen Größeren, andere einen Kleineren. Wir nehmen diesen Rucksack voller Probleme mit in eine Beziehung und das macht es so schwer für immer zusammen zu sein. Dabei hat Gott uns genau dafür geschaffen: Zusammensein. Das Einzige, was Gott an der Schöpfung des Menschen nicht gefiel, war die Tatsache, dass Adam zunächst allein war. Das hat er umgehend geändert und ihm Eva zur Seite gestellt (1. Mose 3). 

Der Psychologe Bill Lokey hat in einer Zeichnung dargestellt, wie wir uns über die verschiedenen Phasen unseres Lebens entwickeln. 

 

Ganz innen ist DAS ICH. So sind wir auf die Welt gekommen, so hat Gott uns geschaffen. In unserer Kindheit zeigen wir uns, wie Gott uns geschaffen hat. Doch irgendwann kommt der Scham, die 1. "Schale" dazu. Wir schreiben beispielsweise eine schlechte Schulnote oder verlieren ein Fußballspiel - und beginnen, uns zu schämen. Und jedes mal, wenn uns so etwas Unangenehmes passiert, wächst diese Schale. 

Im Erwachsenenalter schlüpfen wir dann in ein Kostüm, die äußerste Schale. Wir wollen unseren Scham und Schwächen verbergen und geben uns anders, als wir in Wahrheit sind. Wir denken, dass wir so von den anderen angenommen und gemocht werden. 

Doch Gott möchte, dass wir dieses Kostüm ablegen und uns nicht länger schämen. Er will uns Heilung von genau den Dingen schenken, die verursachen, dass wir uns schämen. Nur so kann er DAS ICH präsentieren, welches er geschaffen hat. Vertraue auf Gott und lege dein Kostüm ab, damit er ich formen kann.

Du beeindruckst Menschen mit deinen Stärken, verbindest dich mit ihnen durch deine Schwächen!

Impressionen von unserem Gottesdienst am 09. Juli 2017

Jona - Surprised By Grace: Vom Wal zum Wurm

Das vierte und letzte Kapitel des Buchs Jona zeigt uns, wer er wirklich ist: Ein Mensch, der Gott immer und immer wieder unterschätzt hat. 

Was Jona bis jetzt erlebt hat, kannst du hier noch einmal nachlesen.

Nachdem Gott die Stadt Ninive verschont hatte, ist Jona höchst verärgert. Er verlässt die Stadt und baut sich außerhalb ein Laubdach, unter dessen Schatten er beobachtet, was mit Ninive geschieht. 

Jona 4, 6-7 Da ließ Gott, der Herr, eine Rizinusstaude über Jona hochwachsen. Sie sollte ihm noch mehr Schatten geben und seinen Missmut vertreiben. Jona freute sich sehr über die Pflanze. Doch am nächsten Morgen kurz vor Sonnenaufgang ließ Gott einen Wurm die Wurzeln des Rizinus zerfressen, und die Staude wurde welk und dürr.

Hinzu kam ein glühend heißer Wind, der schließlich zu Jonas Zusammenbruch führte und er wünschte sich, zu sterben. 

Jona 4, 9-11 Da fragte ihn Gott: »Ist es recht von dir, wegen dieser Rizinusstaude so zornig zu sein?« Jona antwortete: »Mit vollem Recht bin ich wütend, am liebsten wäre ich tot!« Der Herr entgegnete: »Du hast dich mit dieser Staude keinen Augenblick abmühen müssen, nichts brauchtest du für sie zu tun. In einer Nacht ist sie gewachsen, und in der nächsten ging sie zugrunde. Trotzdem hättest du sie gerne verschont. Ich aber sollte Ninive nicht verschonen, diese große Stadt, in der mehr als 120.000 Menschen leben, die Gut und Böse nicht unterscheiden können, und dazu noch so viele Tiere?«

In drei Bereichen hat Jona Gott unterschätzt beziehungsweise sich in ihm getäuscht: 

1. Gottes Unterbrechungen sind keine Störungen, sondern Einladungen

Gott hat Jona eingeladen, Teil seines Plans zu sein - aber Jona fühlte sich zunächst nur gestört. Doch dank dieser „Störung“ füllt Jonas Geschichte heute ein ganzes Kapitel in der Bibel - und das das hat Auswirkungen bis heute: Dom berichtete uns von einem Pastor aus Bagdad, der für seinen Glauben und sein Handeln tagtäglich einen hohen Preis zahlt und ständig um sein Leben fürchten muss. Ein Großteil der Gemeinde dieses Pastors vom aus Ninive im heutigen Iran. 

Obwohl uns vielleicht bewusst ist, dass Gottes Bestimmung für uns nicht zu unserer, sondern zu seiner Ehre ist, haben wir ein grundsätzliches Problem: Wir mögen keine Unterbrechungen. Doch genau genommen, unterbricht Gott nicht uns, sondern umgekehrt: Er schreibt Geschichte mit uns und deshalb unterbrechen wir SEINE Story, wenn wir in die falsche Richtung laufen. Also: Lass Gott dein Leben „unterbrechen“. 

2. Gottes Gnade ist für jeden Menschen 

Jona wurde in Ninive Zeuge einer unglaublichen Erweckung. Und doch fand er es nicht richtig, dass Gott die Stadt verschonte. Jona war zornig und verachtete die Menschen in Ninive - er gönnte ihnen Gottes Gnade nicht. Umgekehrt fällt auf, dass Jona im Bauch des Fisches offenbar keinerlei Probleme damit hatte, Gottes Gnade anzunehmen. Andere zu verurteilen ist eine Sünde, die uns von Gott trennt. 

Du kannst den Willen Gottes haben, ohne sein Herz zu haben. 

Jona hat Gottes Gnade nicht verstanden. Er wusste sehr wohl, dass Gott gnädig ist - jedoch nicht warum. Gottes Gnade ist für alle Menschen - ganz besonders für die, von denen du denkst „hier ist der Zug längst abgefahren“. Gott liebt Menschen, weil er nicht anders kann. Gott ist Liebe. Deshalb sollten wir Gnade nicht als Prinzip verstehen, sondern als etwas, wovon wir abhängig sind. Wir brauchen Gottes Gnade in unserem Leben - jeden Tag. 

3. Gottes Versorgung ist nicht abhängig von unseren Wünschen 

Gotte ließ für Jona die schattenspendende Rizinusstaude wachsen, damit er sich daran erfreuen und den kühlen Schatten genießen konnte. Jona hatte nicht darum gebeten und doch machte ihn die Staude glücklich. Als die Pflanze dann, vom Wurm zerfressen, welk und dürr wurde, wollte Jona sterben - so unglücklich war er. Er hatte keinerlei Perspektive oder Freude, obwohl er erst kurz zuvor Zeuge davon wurde, wie gnädig Gott mit den Tausenden Menschen in Ninive war, die von ihrem falschen Weg umkehrten. 

Gott gibt dir nicht nur Dinge oder Aufträge, die dir gefallen - denn dein Wunsch steht nicht im Vordergrund. 

Deshalb erinnere dich, wenn du dich das nächste Mal von Gott gestört fühlst: Seine Unterbrechungen sind keine Störung - sondern eine Einladung. Sei offen und gib Gott die Chance, dein Leben zu unterbrechen.  

Jona's Story in Bildern: 

Jona - Surprised by Grace: Deine Berufung

„Gott gibt uns eine zweite Chance. Nicht, weil wir es verdient hätten, sondern weil er gnädig und voller Liebe ist.“ So treffend formulierte es vergangenen Sonntag unser Gastpastor Matt Atkins aus der Derby City Church. In Teil 3 unserer Predigtserie JONA - SURPRISED BY GRACE ging es darum, dass jeder von Gott berufen ist und den Mut haben sollte genau hinzuhören, was Gott ihm zu sagen hat.

Das dies nicht immer einfach ist, wird uns am Beispiel Jona verdeutlicht. Er wurde von Gott dazu berufen, sich auf den Weg nach Ninive zu machen, der wohl schlimmsten Stadt zur damaligen Zeit. Doch Jona entschied sich für das genaue Gegenteil und floh in die entgegengesetzte Richtung. Die Konsequenzen kennen wir, jedoch lässt uns Gott nicht im Stich und gibt uns eine zweite Chance - denn egal wie weit du dich von Ihm entfernt hast, es ist nie zu spät umzukehren. Genauso erging es Jona: Nachdem der Wal Ihn wieder ausspie, erteilte ihm Gott erneut den Auftrag, sich nach Ninive zu begeben und diesmal gehorchte Jona.

Natürlich sind Gottes Aufträge nicht immer so konkret bzw. leicht verständlich für uns. Oft ist es so, dass wir uns Fragen: kam das nun von Gott oder sind es meine persönlichen Wünsche und Eindrücke die ich umzusetzen versuche? Pastor Matt formulierte zu diesem Thema drei ganz entscheidende Fragen.

1.     Wer bin ich?

2.     Wo gehöre ich hin?

3.     Was ist meine Berufung?

Grundsätzlich sind wir alle auf zwei Arten von Gott berufen. Es gibt einen generellen Auftrag Gottes, dieser gilt für jeden Menschen. Geht in die Welt hinaus und tragt Liebe in die Selbige.

Micha 6,8 Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.

Zudem hat Gott spezielle Aufgaben für uns, er kennt unsere Talente und Gaben und möchte so durch uns in der Welt wirken. Wie erkenne ich Gottes Willen im alltäglichen Störfeuer? Auch hier hilft uns Pastor Matt in dem er darauf verweist, dass wir zunächst einmal „nur“ die generelle Berufung leben sollten, wenn wir uns über den Rest noch nicht sicher sind.

Sei treu im Kleinen wie im Großen.

Darüber hinaus können wir versuchen genauer hinzuhören, indem wir im Wort Gottes lesen. Wenn wir uns durch den heiligen Geist führen lassen, werden wir immer wieder auf „compelling Verses“ stoßen - also Bibelverse, die unsere Berufung unterstreichen und uns besonders ansprechen. Sprecht mit anderen Menschen über eure Berufung, nehmt ihren Rat an, hört was sie zu sagen haben. Ebenfalls ein Indiz für Gottes Auftrag sind Zeichen und Umstände, die euch immer wieder passieren bzw. begegnen. Habt den Mut und vertraut auf Gott, denn, wenn wir gehorchen wird Gott Wunder bewirken und durch uns die Welt verändern. Hier kommen wir wieder zurück zu Jona: Als er gehorchte und sich auf nach Ninive machte, bewirkte Gott durch ihn ein Wunder. Denn als die Menschen hörten was Jona zu sagen hatte taten sie Buße und wurden von Gott begnadigt.

Lukas 11,28 Er aber sprach: Selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren.

Komm zur Ruhe, lege deine eigenen Pläne zur Seite. Gott gibt dir eine zweite Chance, auch wenn es Geduld erfordert und genaues Hinhören, es wird sich für uns mehr als lohnen. Gott beruft uns, Dinge für ihn zu tun - gehorchen wir, werden wir die Veränderungen hautnah miterleben. Bei dir ist es schon länger still? Dann frage dich, ob Gott dich nicht längst berufen hat und du nur nicht hingehört hast? Gott liebt dich!

von Daniel Lange

Impressionen von unserem Gottesdienst am 11. Juni 2017