Herzschlag 3: Liebe ist kein Geschenk. Liebe ist ein Staffelstab!

Text von Daniel Lange

Zum ersten Mal gab es letzten Sonntag zwei Gottesdienste im Saal 9 des Cinedoms im Mediapark. Der erste Gottesdienst startete um 10:30 Uhr und der Zweite um 12:15 Uhr. Trotz der Vollsperrung der Kölner Innenstadt aufgrund des Köln Marathons waren beide Gottesdienste richtig gut besucht. Hammer!

Der Gottesdienst, der der Dritte in unserer Reihe „Herzschlag“ war, stand unter der Prämisse „Liebe ist kein Geschenk, sondern ein Staffelstab“. Zu Beginn betonte unser Pastor Dom, wie wichtig es ist, Nächstenliebe zu leben und dass eine Kirche kein Gebäude ist, sondern dass es die Menschen der Gemeinde sind, die den Unterschied machen. Wir sind diejenigen, die in die „Welt“ hinausgehen (zu unserer Arbeitsstelle, in unsere Uni, in unseren Freundeskreis) und wir sind eventuell die einzige Bibel, die unsere Kollegen oder unsere Freunde jemals „lesen“ werden.

Matthäus 18 Vers. 23-35 war die zentrale Bibelstelle der Predigt von Pastor Dom. In dem Gleichnis kam ein Diener vor seinen König um Ihm Schulden zurückzuzahlen. Der Diener schuldete dem König Zehntausend Talente (was heute einem Millionen-Betrag entspräche). Da der Diener die Talente jedoch nicht zurückzahlen konnte, befahl der König ihm, seine Frau und seine Kinder sowie seinen ganzen Besitz zu verkaufen um wenigstens etwas von den Talenten zurückzuerhalten. Da warf sich der Diener vor Ihn nieder und flehte ›Hab Geduld mit mir! Ich will dir alles zurückzahlen.‹ Der König bekam Mitleid und ließ seinen Diener und dessen Familie frei und erließ ihm seine Schuld.

Bezogen auf den „Staffelstab der Liebe“, hat der Diener diesen von seinem Herrn empfangen in dem er Ihm die Schulden erließ und seine Familie frei ließ. Dem Diener wurde vergeben.

Kaum hatte der Diener das Haus seines Herrn verlassen, traf er auf einen anderen Diener, der ihm hundert Denare schuldete. Er packte den Mann, würgte ihn und sprach ›Bezahle, was du mir schuldig bist!‹ Der andere Diener konnte seine Schuld jedoch nicht begleichen und warf sich vor Ihm auf die Knie und flehte ›Hab Geduld mit mir! Ich will dir alles zurückzahlen.‹ Darauf wollte sich der Diener jedoch nicht einlassen und befahl den Mann in den Kerker zu bringen, solange bis er all seine Schuld beglichen hatte. Als dies die anderen Diener mitbekamen waren sie entsetzt und liefen zu ihrem Herrn um Ihm davon zu berichten. Der König wurde zornig und bestellte seinen Diener erneut ein. Er sprach zu ihm ›Du böser Mensch! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich angefleht hast. Hättest du da mit jenem anderen Diener nicht auch Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte?‹  Er übergab Ihn seinen Folterknechten bis er seine Schuld komplett beglichen hatte. So wird auch mein Vater im Himmel jeden von euch behandeln, der seinem Bruder nicht von Herzen vergibt.«

Anstatt den empfangenen „Staffelstab der Liebe“ weiterzureichen und von Herzen zu vergeben, pochte der Diener auf sein Recht obwohl gerade Ihm seine Schuld vergeben wurde. Es ist nicht immer einfach von Herzen zu vergeben und den „Staffelstab“ weiterzureichen, gerade wenn man Empfangenes weiterreicht und dafür nichts zurückbekommt. Jedoch werden wir als Köln City Church nicht müde, all unsere Ressourcen dafür einzusetzen, die Ungerechtigkeit in unserem Land zu bekämpfen, auch wenn es nicht immer einfach ist - dies lag unserem Pastor ganz besonders am Herzen. Es ist elementar, dass wir die empfangene Liebe weiterreichen, selbst wenn es nur durch ein Lächeln am Arbeitsplatz ist. Wir träumen davon, dass in unserer Kirche ein Querschnitt unserer Stadt sitzt, weil jeder Mensch die Chance verdient, Gott zu begegnen. Wir sollten daran denken, dass der empfangene „Staffelstab der Liebe“ niemals uns gehört, sondern von Gott kommt und gerade deshalb sollte es uns eine Freude sein, die empfangene Liebe weiterzureichen.        

Herzschlag 2: Mein Herz schlägt für meinen Nächsten

„Es ist so wertvoll und spannend, die Dinge aus der Bibel umzusetzen, die wir verstehen. Denn es gibt zahllose theologische Debatten über Details, die wir vielleicht nicht verstehen. Anstatt über das Komplizierte zu diskutieren: Lasst uns das Einfache umsetzen.“ Ein klarer Appell am Sonntagmorgen von Dom an die KCC. 

Liebe deinen Nächsten wie dich selbst ist das essentiellste Gebot der Bibel. Damit wollen wir beginnen und das ist oft schon eine große Herausforderung. Unsere Grundlage für dieses Gebot ist die einfache Tatsache, dass Gott Liebe ist. Er kann nicht anders, als uns Menschen zu lieben. 

Den Bibeltext zu Doms Predigt am vergangenen Sonntag findest du in Lukas 15.

In diesem Kapitel erzählt Jesus eine Geschichte in drei Teilen: 1. von einem Hirten, der ein Schaf verliert. 2. Von einer Frau die eine Münze verliert und 3. von einem Mann, der zwei Söhne hat und einen verliert. In allen drei Geschichten wird das Verlorene wieder gefunden. Und immer freuen sich die Menschen von Herzen darüber. Gott freut sich darüber - denn Freude ist eine seiner Charaktereigenschaften. 

Lukas 15,10: Genauso freuen sich auch die Engel Gottes, wenn ein einziger Sünder zu Gott umkehrt.

Dom berichtete von einem „feurigen Erlebnis“, das er im Haus seiner Schwiegereltern hatte: Dort wollte er den schönen Feuerofen nutzen und ein kuscheliges Feuer machen. Allerdings funktionierte es nicht wie geplant und plötzlich war das ganze Haus voller Qualm. Etwas, das eigentlich schön sein sollte, wurde erdrückend und unangenehm. Genau so hatten es die Pharisäer zu Jesus’ Zeit mit der Thora gemacht: Sie haben die eigentlich gute Nachricht genutzt, um Menschen zu unterdrücken. In dieser Situation ist Jesus, als er uns die Gleichnisse, die in Lukas 15 festgehalten sind, übermittelt. Wenn wir diese drei kurzen Geschichten lesen, passieren zwei Dinge: 

1. Wir erinnern uns daran, wer Jesus ist und dass er gekommen ist, um Menschen zu retten, die verloren sind. Das macht er jeden Tag. Er ist freundlich und barmherzig und wendet sich nicht ab, nur weil du schwach bist. Er sucht dich und gibt nicht auf. 

2. Es erinnert uns daran, dass wir nicht nur Empfänger, sondern auch Sender seiner Liebe sind. Im zweiten Gleichnis sucht eine Frau eines von ihren zehn Silberstücken. Silber war im Hebräischen ein Zeichen für die Seele. Allein die Tatsache, dass Jesus hier eine Frau für sein Gleichnis heranzieht, hat die Pharisäer zur Weißglut getrieben. Denn Frauen waren in ihren Augen nur wenig wert. Und doch nimmt Jesus ganz bewusst eine Frau für sein Gleichnis. 

Aus dem Kontext der Geschichte von dieser Frau können wir schließen, dass sie wahrscheinlich alleine lebte und nicht sehr wohlhabend war. Sie war nicht hochgeachtet. Doch genau mit ihr identifizierte sich Jesus. Die Frau benutzte eine kleine Öllampe, um nach ihrer Münze zu suchen - und das sagt uns etwas über die Haltung, die es braucht, um nach verlorenen Menschen zu suchen. Denn mit nur wenig Licht muss man sehr genau suchen und sich tief bücken, um das Verlorene zu finden. 

Was ist unsere Haltung, wenn es darum geht, verlorene Menschen zu suchen? 

Schauen wir mit erhobenem Kopf über alles hinweg oder suchen wir richtig? Guckst du nur oder suchst du schon? Gott kommt ganz nah an uns heran, um uns zu finden. Das ist die Art, wie wir suchen sollen. Kennen wir den Schmerz unserer Stadt? 

Als Kirche wollen wir nah an diesem Schmerz dran sein. Es ist unser Herzenswunsch, ein Licht in unserer Stadt zu sein. Deshalb haben wir ein Social Action Team, das sich gemeinsam mit unseren Life Groups für die Menschen einsetzt, die Liebe und Hoffnung so dringend brauchen. 

Der Frau im Gleichnis reicht ihre Lampe nicht, um das Silberstück zu finden. Sie nimmt einen Besen zur Hilfe und fängt an zu kehren, in der Hoffnung, die Münze zu hören - wahrscheinlich mit einem Ohr nah am Boden. Die Frage ist: Hören wir zu? Hören wir, was in unserer Stadt passiert? Versuchen wir zu verstehen? Als Kirche wollen wir einen Lebensstil führen, der sich dafür hingibt. Wir wollen verlorene Menschen finden. 

Jesus sieht sich selbst in jedem einzelnen Menschen. So wie Eltern sich selbst sehen, wenn sie ihre Kinder anschauen. Deshalb lädt Jesus uns immer wieder aufs Neue ein, seine Haltung einzunehmen, wenn es darum geht, auf der Suche zu sein. Das ist unser Auftrag. Auch wenn es dabei chaotisch wird und wir manchmal nicht mehr wissen, wo uns der Kopf steht. Ein Großteil der Probleme unserer Gesellschaft kann nicht im Bundestag gelöst werden - diese Probleme lösen wir in der Kirche. Und Kirche bist du. Wenn du das Suchen zu deinem Auftrag machst, können wir unsere Stadt verändern. 

Philipper 2,4: Denkt nicht an euren eigenen Vorteil. Jeder von euch soll das Wohl des anderen im Auge haben.

Herzschlag I: Willkommen zu Hause

Text von Maike Halfmann

Die neue Predigtserie „Herzschlag“ startete letzten Sonntag mit dem Thema „Willkommen Zuhause“. So passend, wenn wir bedenken, dass Jesus besonders viel Zeit bei anderen Menschen Zuhause verbracht hat. Den Bibeltext zur Predigt findet ihr in Matthäus 9. 

Hier wird berichtet, wie Jesus zu dem Zolleinnehmer Matthäus nach Hause ging und viele weitere Zolleinnehmer einlud, um gemeinsam mit ihnen und seinen Jüngern zu essen. Als die Pharisäer dies sahen, fragten sie die Jünger, wie Jesus sich mit solch einem Abschaum an einen Tisch setzten und zusammen essen könne. Daraufhin antwortete Jesus, dass nicht die Gesunden den Arzt brauchen, sondern die Kranken. Und das Gott keinerlei Opfer verlangt, sondern erwartet, dass wir barmherzig sind. Jesus ist für die Sünder gekommen und nicht für die, die meinen, sie seien schon gut genug. 

Dom hat uns dann eine lustige Story erzählt, ein kleines Gleichnis darüber, wie Gott ist - und durch welche Begebenheiten er manchmal zu unserem Pastor spricht: Bei ihm zu Hause gab es eine lästige Fruchtfliegenplage. Um Abhilfe zu schaffen, stellte er eine selbstgemachte Falle für die kleinen Quälgeister auf: Eine Tasse voll mit Melone, verschlossen mit Frischhaltefolie, in der viele kleine Löcher waren. So wurden die Fliegen von er Melone angelockt, kamen aber nicht mehr aus der Tasse raus. Am nächsten Morgen freute Dom sich schon über die ganzen Fruchtfliegenleichen, doch als er sich über die Tasse beugte, waren es viel mehr Fliegen als zuvor, die durch ihn total aufgescheucht wurden, wirr durcheinander flogen und die „Party ihres Lebens feierten“. 

So ist es auch mit Gott: Er scheucht uns auf, wenn wir es uns zu gemütlich machen. Gott lehnt sich über uns und bringt ganz absichtlich etwas Unruhe in unser bequemes Leben, weil er etwas aus unserem Inneren hochbringen möchte. Gott unterbricht immer wieder unser Leben, um Dinge aufzuwühlen. So in etwa könnte sich auch der Zolleinnehmer Matthäus gefühlt haben, als Jesus ihn aufforderte, ihm nachzufolgen. Was bedeutet es, Jesus nachzufolgen?

1. Jesus nachzufolgen führt dich nach Hause. 

Wenn du Jesus nachfolgen möchtest, dann führt dich das nach Hause - wortwörtlich. Du bist bereit im überallhin zu folgen und er führt dich in deine eigenen vier Wände. Er führt dich in dein eigenes Zuhause, wo du lebst, wo du Gemeinschaft mit deiner Familie hast. 

Auf die Geschichte mit Matthäus bezogen: Jesus saß mit all den Menschen an einem Tisch, die einen schlechten Ruf hatten. Die Pharisäer fanden das natürlich nicht so toll und fragten sich, wieso er sich mit solchen Leuten abgibt. Denn in der damaligen Zeit hat man durch seine Tischgemeinschaft signalisiert, mit welchen Menschen man sich identifiziert. Doch das macht mal wieder klar, wie viel Wert Jesus auf Gemeinschaft legt. Er sitzt mit „schlechten“ Menschen an einem Tisch, isst mit ihnen und es ist ihm egal, was die anderen dazu sagen und darüber denken. Und das führt uns auch direkt zum nächsten Punkt:

2. Jesus nachzufolgen verändert deine Tischgemeinschaft.

Es sitzen plötzlich andere Menschen an deinem Tisch, als zuvor. Ganz genau so ist es auch mit unseren Life Groups: In unserer Church gibt es so viele Life Group Leiter, die sich bereit erklärt haben, Menschen in ihre Wohnung zu lassen, die vielleicht ein anderes Alter haben, eine andere Herkunft, eine andere soziale Schicht oder eine andere Persönlichkeit. Manchmal ist es eine große Herausforderung, Jesus zu folgen und dadurch seine Tischgemeinschaft zu verändern - sich auf etwas Neues einzulassen. Denn wir sollen niemanden ausschließen, auch wenn wir denken, dass die Personen extrem anders sind und wir sie nicht zu uns nach Hause einladen würden. Und doch ist es so wichtig, dass wir das Leben teilen. 

3. Jesus nachzufolgen bedeutet aktiv zu werden. 

Matthäus 12,7: Es heißt: ›Wenn jemand barmherzig ist, so ist mir das lieber als irgendwelche Opfer und Gaben‹.

Gott fordert keine Opfer von uns, sondern möchte, dass wir barmherzig sind. Wir sollen lernen, barmherzig zu sein und Verständnis und Akzeptanz gegenüber denjenigen zu zeigen, die anders sind als wir. Jetzt denkt ihr euch vielleicht, ihr solltet mal einen Podcast zum Thema Barmherzigkeit anhören oder ein Buch darüber lesen. Falsch! Hier geht es um „Learning by Doing“. Gott möchte, dass wir es ganz praktisch lernen und uns nicht nur mit dem Thema beschäftigen.

Sitzen an deinem Tisch heute und in 5 Jahren die selben Menschen? Erklärt euch bereit, Leute in euer Haus einzuladen, auch die, die ihr normalerweise meiden würdet. Gott fordert uns heraus in Gemeinschaft zu leben. Denn: Wir sind besser in Kreisen, als in Reihen.

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Beziehung(s)weise | Bund für's Leben

Text von Maike Halfmann

Im letzten Teil der Predigtserie "Beziehung(s)weise" haben Sarah und Dom über den Bund fürs Leben gesprochen - die Ehe. Viele Menschen denken, Ehe sei out. Sie wollen erst einmal "ihr Leben leben", bevor sie ins Gefängnis wandern, welches sie mit der Ehe assoziieren. Sie denken, es sei langweilig, sein ganzen Leben mit der selben Person zu verbringen, es sei schwer und sowieso zum Scheitern verurteilt. Ja, die Ehe ist schwer. 50% der geschlossenen Ehen in Deutschland werden wieder geschieden. Doch die Ehe ist ein Konzept Gottes und es lohnt sich dafür zu kämpfen. 

Wo Gott etwas zusammenbringt, da möchte der Feind ein Keil zwischen treiben, das war schon bei Adam und Eva so. Wir kennen alle die Schöpfungsgeschichte, in der die böse Schlange eine große Rolle spielt.

Die Hälfte der Predigt war auf eine super spannende Gesichte aufgebaut, die du in 2. Mose 17 nachlesen kannst. Dort geht es um den Kampf zwischen den Israeliten und den Amalekitern. Hatte Mose seine Hände oben, waren die Israeliten überlegen, ließ er sie sinken, waren es die Amalekiter. Als Mose die Arme schwer wurden, brachten Aaron und Hur einen Stein herbei, auf den Mose sich setzen konnte und stützen seine Arme. So konnten Josua und sein Heer die Amalekiter besiegen. 

Einheit führt zur Stärke. 

Dies ist nicht nur in der Ehe so, sondern in allen anderen Lebenslagen auch. Wir können die Ehe nur erhalten, indem wir unser Ego zurückschrauben und uns gegenseitig stützen. Sei ein Aaron in deiner Ehe! Doch wie können wir ein Aaron werden? Bete für deinen Partner. Niemand kennt ihn so gut wie du, kein anderer Mensch kann so gut für ihn beten, wie du. Niemand sonst kennst seine Stärken und Schwächen, Probleme und Ängste, so wie du. 

Wir wir am Anfang der Predigtserie schon gelernt haben, ist die Ehe eine Entscheidung. Denn wie gut deine Ehe läuft wird nicht an deinen Gefühlen gemessen - irgendwann sind die Schmetterlinge im Bauch und die rosarote Brille weg. Viele geben an diesem Punkt auf, sie kämpfen nicht für die Ehe. Doch es ist so unbedacht, seine Ehe wegen der Gefühle aufzugeben. Du verkaufst dein Auto auch nicht, nur weil der Tank leer ist. Was tust du? Du füllst den Tank wieder auf! Und genau so funktioniert es in der Ehe - ihr füllt den Tank wieder auf. Immer und immer wieder. 

Es kann viel zwischen einem Ehepaar stehen: Kinder, Schulden, Job, Social Media und und und... Im Gottesdienst haben Sarah und Dom das ganz praktisch veranschaulicht: Es gab eine zweistöckige Hochzeitstorte, auf der ganz oben ein Ehepaar stand. Nach und nach stellte Dom Gegenstände zwischen das Ehepaar - etwa ein Smartphone, eine Kreditkarte und Playmobil-Figuren. Je mehr zwischen dem Torten-Ehepaar stand, desto weniger Platz hatten die beiden. Macht euch selbst Platz in eurer Ehe und schmeißt die anderen Sachen, von denen Ihr denkt, dass sie wichtig seien, aus der "oberen Etage" raus. Vieles hat Platz in der "unteren Etage" - oder gehört gar nicht erst in eine Ehe. Rückt statt dessen Jesus in den Mittelpunkt! Er gibt euch den Raum, den ihr als Ehepartner braucht, um eine gesunde Beziehung zu führen. Die anderen Dinge sind selbstverständlich auch wichtig, wie die gemeinsamen Kinder, Geld verdienen und vieles mehr, doch lasst sie nicht zwischen euch stehen. 

Zum Abschluss habe ich noch das Ergebnis einer Studie für euch - es lohnt sich, darüber nachzudenken: Ehepaare, die gemeinsam in der Bibel lesen, gemeinsam in die Kirche gehen und gemeinsam beten haben eine 35% geringere Wahrscheinlichkeit, sich scheiden zu lassen.

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Beziehungsweise | Verliebt, Verlobt, Verheiratet 

„Heue sprechen wir über Sex.“ Ein wohl eher ungewöhnlicher Satz für den Start einer Predigt. Doch Sarah nahm dem Thema im Verlauf ihrer Predigt alles Ungewöhnliche, Peinliche und Beschämende. „Sex ist nicht einfach nur etwas, das wir tun - es ist etwas, das wir sind. Jedenfalls wenn wir den Medien Glauben schenken.“ Sagte Sarah und bezog sich dabei auf die unendlich vielen Werbungen, Filme und Nachrichten, in denen scheinbar immer nur dieses eine Thema zum Verkaufsschlager wird. „Wir finden Gottes Plan für Sex in der Bibel. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Den Satz ‚Du sollst keinen Sex vor der Ehe haben‘ findest du nicht in der Bibel. Nicht Explizit.“ Spätestens bei dieser Aussage hatte Sarah die ungeteilte Aufmerksamkeit aller Menschen in Saal 9 des Cinedom. 

Was ist Gottes Standard für Sex? 

Grundsätzlich: Es geht bei Gottes Wort nie um Verurteilung oder darum, jemanden zu beschämen. Vielmehr geht es um Antworten, Heilung und Vergebung. Mit Gott und der Bibel haben wir einen „Hersteller“ und ein „Handbuch“, auf das wir immer zurückgreifen können. 

Reinheit macht Intimität möglich 

Das bedeutet: Wir sollen zuerst sein Wort, seinen Willen und seine Stimme suchen und auf dieser Grundlage unsere Entscheidungen treffen. Wir sind für Intimität geschaffen - aber Intimität ist nicht gleichzusetzen mit Sex. Intimität findet man bei dem Menschen, bei dem man sich ganz und gar angenommen fühlt, bei dem man so sein darf, wie man ist. 

Hebräer 13,4: Die Ehe bedeutet auch: die Hochzeit. soll von allen in Ehren gehalten werden und das Ehebett unbefleckt; die Unzüchtigen und Ehebrecher aber wird Gott richten!

In der griechischen Übersetzung steht „Ehebett“ für Kotay, zu deutsch Koitus. Sex in der Ehe ist gut und gottgefällig. Doch nicht nur das: Die Ehe ist die kleinste Einheit unserer Gesellschaft und zugleich ihre Säule. Geht es den Ehen gut, geht es der Gesellschaft gut. Dazu gibt es viele unterschiedliche Studien, die auf eben diesen gemeinsamen Nenner kommen. 

Sex ist wie Feuer. Es war für die Entwicklung der Menschheit extrem wichtig und es ist auch heute noch ungemein nützlich. Allerdings nur, wenn es unter Kontrolle bleibt, denn ein unkontrolliertes Feuer ist zerstörerisch. Sex ist kraftvoll. Deshalb hat Gott uns mit der Ehe einen sicheren Rahmen dafür gegeben. Doch warum ist Sex so kraftvoll? Ist es nicht nur eine vorwiegend biologische Sache? Wenn das so wäre, warum haben dann oft die Dinge, die wir am meisten bereuen, mit Sex zu tun? 

1. Mose 2, 24-25 Darum verlässt ein Mann seine Eltern und verbindet sich so eng mit seiner Frau, dass die beiden eins sind mit Leib und Seele. Der Mann und die Frau waren nackt, sie schämten sich aber nicht.

Sex ist ein billiger Ersatz für Intimität. Wenn Sex den Beginn einer Beziehung markieren soll, er in einem ungeschützten Rahmen passiert und das ganz ohne Verbindlichkeit, dann führt er nur dazu, dass man beginnt, sich zu schämen. Man versteckt sich, um dem Gegenüber ein ganz bestimmtes Bild von sich zu übermitteln. Wenn wir also die Frage, was Gottes Standard für Sex ist, beantworten wollen, dann sollten wir an „bis dass der Tod uns scheidet“ denken. Denn genau das ist Gottes Maß für Verbindlichkeit. 

Noch etwas anderes lesen wir in 1. Mose 2,24: „… dass die beiden eins sind mit Leib und Seele“. Im Hebräischen heißt es für „eins“ Dabaq, was soviel bedeutet wie „eng zusammen sein, haften, bei jemandem bleiben“. Wenn Mann und Frau eins werden, dann spiegeln sie Gott wieder. Vater, Sohn, Heiliger Geist sind eins - so wie Mann und Frau in der Ehe. 

Sex, wie Gott ihn sich gedacht hat… 

… finden wir in der Bibel: 

Matthäus 19, 4-6: Jesus antwortete: »Habt ihr denn nicht gelesen, was in der Heiligen Schrift steht? Da heißt es doch, dass Gott am Anfang die Menschen als Mann und Frau schuf 5und sagte: ›Ein Mann verlässt seine Eltern und verbindet sich so eng mit seiner Frau, dass die beiden eins sind mit Leib und Seele.‹ Sie sind also eins und nicht länger zwei voneinander getrennte Menschen. Und was Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.«

Epheser 5, 31: Erinnert euch an das Wort: »Ein Mann verlässt seine Eltern und verbindet sich so eng mit seiner Frau, dass die beiden eins sind mit Leib und Seele.«

1. Korinther 6, 16-18: Denn wer sich mit einer Hure einlässt, der wird ein Leib mit ihr. Ist euch das nicht klar? Es heißt ja schon in der Heiligen Schrift von Mann und Frau: »Die zwei werden eins sein mit Leib und Seele.« Wenn ihr dagegen in enger Verbindung mit dem Herrn lebt, werdet ihr mit ihm eins sein durch seinen Geist. Hütet euch vor jeder verbotenen sexuellen Beziehung! Denn mit keiner anderen Sünde vergeht man sich so sehr am eigenen Körper wie mit sexuellem Fehlverhalten.

Das Wort Verbindung wird im Griechischen mit „Kollao“ übersetzt, was „zusammenfügen, kleben, leimen“ bedeutet. Sex ist Kleber. Stell dir ein Stück Tesa vor: Klebst du damit etwas zu ersten Mal fest, wird es gut haften. Doch wenn du den Kleber immer wieder lösen und neu zusammenfügen willst, geht seine Klebkraft verloren. Ganz genauso ist es mit Sex, wenn wir ihn nicht nur mit einem, sondern mit vielen Menschen teilen wollen. Die Klebkraft, also die Intimität geht verloren. Und mit ihr auch die Loyalität. 

Was ist dein Standard für Sex? Ganz gleich, wo du heute stehst - Jesus kann deine Situation nehmen und etwas Wunderbares daraus machen. Wenn du in der Vergangenheit Sex als Ersatz für Intimität genutzt hast, kann er Heilung und einen neuen Anfang schenken. Wenn du bisher gewartet hast, kann er dich weiterhin stark machen, auch in Momenten, in denen du gerne schwach wärst. Wenn du verheiratet bist und das Gefühl hast, die Luft ist raus - lade Jesus in deine Beziehung ein. Er möchte Teil davon sein, mit dir daran arbeiten und dir Freude und Liebe neu schenken.